Vorstand
Jutta von Falkenhausen
ist selbständige Rechtsanwältin in Berlin. Ihre Schwerpunkte sind das Stiftungsrecht, die wirtschaftsrechtliche Beratung von gemeinnützigen und zivilgesellschaftlichen Unternehmungen sowie Kunst- und Kulturgüterrecht. Sie ist ehrenamtlich in den Gremien verschiedener gemeinnütziger Vereine und Stiftungen in den Bereichen Kultur, Bildung, Gleichstellung und Völkerverständigung engagiert.
Friederike Hofmeister
studierte Kommunikationswissenschaften und war viele Jahre in verschiedenen großen Berliner Kulturinstitutionen tätig. Dazu zählen unter anderen die Berliner Philharmonie, das Konzerthaus Berlin und die Staatsoper Unter den Linden. Sie gehörte zum Gründungsteam des Berliner Radialsystems und prägte dessen Entwicklung über mehr als ein Jahrzehnt als Geschäftsführerin. Anschließend übernahm sie die Geschäftsführung der Stiftung Bach-Archiv Leipzig.
Heute arbeitet Friederike Hofmeister als Coach und begleitet Führungskräfte in komplexen Entscheidungs- und Veränderungsprozessen.
Stiftungsrat
Sabine Bangert (Vorsitzende)
"Kultur ist nicht nice to have - Kultur ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Berlin-DNA, sie macht unsere Stadt lebenswert, vielfältig und zukunftsfähig. Die Kulturschaffenden Berlins verdienen dafür unsere Wertschätzung!"
Jahrgang 1955, Tischlerin und Journalistin, seit 1988 Berlinerin mit schwäbischen Wurzeln. Von 2011 bis 2021 Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses für Bündnis 90/Die Grünen, Kultur- und Arbeitsmarktpolitik, 2016-2021 Vorsitzende des Ausschusses für Kulturelle Angelegenheiten. Seit 2001 Vorständin im Goldrausch Frauennetzwerk Berlin e.V. Mitbegründerin und Mitfrau der Initiative Frauen in die Aufsichtsräte – FidAR. Seit Oktober 2022 Vorsitzende Stiftungsrat der Radial Stiftung Berlin.
Dr. Pascal Decker (Stellvertretender Vorsitzender)
ist ein vielseitiger deutscher Jurist, Aufsichtsratsmitglied und Kulturmanager mit Schwerpunkt Kunst- und Kulturrecht. Derzeit ist er Vorsitzender des Aufsichtsrats der artnet AG, eine Position, die er seit Dezember 2020 innehat. Außerdem ist er Gründer und Partner der Kanzlei dtb rechtsanwälte, die auf Kunst-, Stiftungs-, Medien- und Markenrecht spezialisiert ist.
Decker verfügt über 20 Jahre Erfahrung als Rechtsanwalt und Kunstmäzen. Im Jahr 2020 gründete er legeARTIS Compliance, eine Beratungsgesellschaft für Künstler und Kulturschaffende. Zu seinem Engagement im Kulturbereich gehört auch seine Mitgliedschaft im Kulturausschuss des VBKI seit 2015, sowie im Aufsichtsrat des HAU Theater Hebbel am Ufer seit 2024.
In der Vergangenheit war Decker von 2014 bis 2018 Geschäftsführer der Stiftung Brandenburger Tor in Berlin. Zudem ist er Lehrbeauftragter für Urheber- und Kunstrecht an der Universität der Künste Berlin.
Deckers Expertise erstreckt sich auf die strategische Beratung, u.a. bei Stiftungsgründungen, Unternehmensnachfolge und Marktpositionierung von Künstlern. Außerdem ist er als Kunstschiedsrichter beim Schiedsgericht für Kunst (CAfA) tätig.
Jochen Sandig
wurde in Esslingen am Neckar geboren. 1990 kam er zum Studium der Psychologie und Philosophie nach Berlin. Nach Gründung des Kunsthauses Tacheles 1990 gründete er gemeinsam mit Sasha Waltz 1993 Sasha Waltz & Guests. 1996 folgten die Sophiensæle in Berlin-Mitte als freie Produktionsstätte für Tanz und Theater, die er bis Ende 1999 leitete. Von 2000 bis 2004 war Jochen Sandig Mitglied der Künstlerischen Leitung an der Schaubühne am Lehniner Platz Berlin. Seit 2004 ist er Direktor der Sasha Waltz & Guests GmbH. Gemeinsam mit Folkert Uhde gründete er 2006 das Radialsystem am Spreeufer als »space for arts and ideas«. 2010 wurde er zum »Chevalier dans l'Ordre des Arts et des Lettres« ernannt.
Mit »human requiem«, einer Inszenierung des »Deutschen Requiem« von Johannes Brahms mit dem Rundfunkchor Berlin unter Leitung von Simon Halsey, feierte Jochen Sandig im Februar 2012 sein Regiedebut. Die Produktion gastierte seit ihrer Premiere im Radialsystem, in Hamburg, in Amsterdam, Paris, Granada, Rotterdam, Athen, Hongkong, Adelaide und New York. Sie wurde mit dem renommierten »Classical Next Innovation Award 2016« ausgezeichnet.
Im Rahmen seines gesellschaftspolitischen Engagements ist Jochen Sandig einer der drei Mitbegründer:innen des World Human Forums in Delphi, Griechenland. Von 2019 bis 2024 war er Intendant der Ludwigsburger Schlossfestspiele / Internationale Festspiele Baden-Württemberg. Im Jahr 2022 wurde Jochen Sandig mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.
Folkert Uhde
hat für seine künstlerische Arbeit den Begriff Konzertdesign entwickelt und als Theorie im Diskurs über neue Konzertformate Klassischer Musik etabliert. Er ist Intendant der Köthener Bachfesttage und entwickelte gemeinsam mit Hans-Joachim Gögl das Kulturfestival Montforter Zwischentöne in Feldkirch/Vorarlberg. Seit 2026 teilt er sich die Künstlerische Leitung mit der österreichischen Tänzerin und Choreografin Silvia Salzmann. Im Kontext der Montforter Zwischentöne entstand auch der Studierenden-Wettbewerb HUGO für neue Konzertdramaturgien. Eigene künstlerische Projekte zwischen Konzertdesign, Regie und Videoinstallation sind international präsent. Neben der künstlerisch-konzeptionellen Arbeit ist für Folkert Uhde in den letzten Jahren auch das Thema Regionalentwicklung durch Kultur immer zentraler geworden.
Folkert Uhde unterrichtet an verschiedenen Hochschulen und Universitäten, berät Institutionen zu künstlerischen und strategischen Zukunftsthemen und engagiert sich als Mentor. Als Künstlerischer Leiter des internationalen Forschungsprojekts Experimental Concert Research untersuchte er mit einem interdisziplinärem Team das Konzerterlebnis aus der Perspektive der Besuchenden.
Gemeinsam mit Jochen Sandig ist er Gründer und bis heute Gesellschafter des Radialsystems. 2009 wurde er für seinen innovativen Ansatz im Zusammenhang mit dem Berliner Radialsystem zum „Kulturmanager des Jahres“ gewählt. Im Radialsystem wurde u.a. die Musik-Show "Dasch-Salon" für 3SAT aufgezeichnet sowie der Konzertfilm "4 Elemente" für ARTE und harmonia mundi, beide von Folkert Uhde entwickelt und produziert.
Von 1997 bis 2008 betrieb Folkert Uhde die Konzertagentur Uhde & Harckensee Musikmanagement. In dieser Zeit war er für das internationale Management der Akademie für Alte Musik Berlin verantwortlich. 2002 – 2008 konzipierte er für das Konzerthaus Berlin die Biennale Zeitfenster – Festival für Alte Musik. Von 2013 bis 2018 leitete er das Musikfest ION in Nürnberg. Davor arbeitete er u.a. als Projektmanager, Barockgeiger und Techniker.
Die neueste Initiative von Folkert Uhde ist die Gründung der Köthener BACH Akademie als Forum für zeitgemäße Konzertkultur.
Sasha Waltz
ist Choreografin, Tänzerin und Regisseurin. Sie studierte Tanz und Choreografie in Amsterdam und New York. Gemeinsam mit Jochen Sandig gründete sie 1993 die Compagnie Sasha Waltz & Guests. Sie ist Mitbegründerin der Sophiensæle (1996) sowie des Radialsystems (2006). Von 1999 bis 2004 war sie Mitglied der Leitung der Schaubühne am Lehniner Platz.
Die Erschließung innovativer, spartenübergreifender Aufführungs- und Kreationsformen ist ein wichtiger Schwerpunkt ihrer künstlerischen Arbeit, in der sie einen Bogen schlägt von international bekannten Tanzstücken wie der »Travelogue«-Trilogie (1993/1995) oder »Körper« (2000) über choreographische Opern (»Dido & Aeneas«, 2005) und forschende Dialoge-Projekte (wie »Dialoge 09 – Neues Museum«) bis hin zu aktuellen Arbeiten wie »SYM-PHONIE MMXX« (2022) oder »Beethoven 7« (2023), deren zentrales Moment die Verschmelzung von Choreografie und Musik ist. Zum 300. Jubiläum der Uraufführung inszeniert sie die »Johannes-Passion« (BWV 245) von Johann Sebastian Bach im Frühjahr 2024 als eine universelle, zeitlose Erzählung über die menschliche Suche nach Wahrheit, Gerechtigkeit und Hoffnung auch jenseits ihres religiösen Ursprungs.
Parallel engagiert Sasha Waltz sich für den Transfer tänzerischen Wissens und den Tanz als Medium der sozialen und gesellschaftspolitischen Verständigung. Im Jahr 2021 entwickelte sie die Arbeit »In C«, basierend auf Terry Rileys gleichnamiger Komposition, die seither nicht nur erfolgreich national und international aufgeführt wird, sondern sich auch zu einem eigenen System mit weltweit wachsender Community entwickelt hat.
Für ihre besonderen Leistungen erhielt Sasha Waltz 2011 das Bundesverdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland. Seit Juni 2013 ist sie Mitglied der Akademie der Künste Berlin. Im Jahr 2021 wurde die Choreografin vom französischen Kulturministerium zum »Commandeur des Arts et Lettres« ernannt, der höchsten Kategorie dieses Ordens. 2024 wurde Sasha Waltz mit dem Deutschen Tanzpreis ausgezeichnet. Im Mai 2025 wurde Sasha Waltz der Helmut-Schmidt-Zukunftspreis verliehen; diese Auszeichnung ehrt international Persönlichkeiten, die mit ihrem bedeutenden Wirken für Demokratie und Gemeinwohl stehen.






