Die Radialstiftung entstand im Dezember 2006 aus dem Wunsch heraus, künstlerischen Ideen Raum zu geben, die Zeit brauchen, Mut erfordern und sich nicht immer in bestehende Förderlogiken einordnen lassen. Gegründet im Kontext des Radialsystems als gemeinnützige Stiftung bürgerlichen Rechts, war sie von Anfang an getragen von der Überzeugung, dass Kunst dort besonders kraftvoll wird, wo sie Grenzen überschreitet und neue Formen des Denkens eröffnet.

Im Mittelpunkt der Stiftungsarbeit steht die Förderung und Initiierung hochwertiger künstlerischer Produktionen, die sich durch ihren spartenübergreifenden und innovativen Ansatz auszeichnen. Die Radialstiftung versteht Kunst als offenen Prozess – als Begegnung von zeitgenössischem Tanz, Musik, bildender Kunst und neuen Ausdrucksformen. Sie begleitet Projekte, die experimentieren, Risiken eingehen und neue künstlerische Sprachen entwickeln.

Gleichzeitig engagiert sich die Stiftung intensiv in der Bildungsarbeit. Mit Projekten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene verfolgt sie das Ziel, Zugänge zu kultureller Bildung zu öffnen und kreative Kompetenzen zu stärken. Dabei stehen nicht Wissensvermittlung oder Ergebnisse im Vordergrund, sondern das Erleben, Erforschen und Lernen durch kreative Prozesse. Kunst wird so zum Werkzeug der Persönlichkeitsentwicklung und der gesellschaftlichen Teilhabe.

Die Gründung der Stiftung im Jahr 2006 erfolgte in enger Verbindung mit dem Radialsystem und wurde unter anderem durch die persönliche Unterstützung der Choreografin Sasha Waltz ermöglicht. Mit einem Anfangsvermögen von 50.000 Euro ausgestattet, wuchs die Stiftung durch Zustiftungen weiterer engagierter Persönlichkeiten rasch weiter – bis Ende 2008 konnte der Grundstock mehr als verdoppelt werden. Diese frühe Unterstützung war Ausdruck eines gemeinsamen Vertrauens in die Kraft der Kunst und in das Potenzial einer unabhängigen Förderplattform.

Sasha Waltz beschreibt ihren Impuls für die Radial Stiftung mit den Worten:
„Mein Impuls für die Radialstiftung entspringt einer Vision, dass Künstler*innen und Projekten geholfen werden kann, ihre Ideen zu verwirklichen, die nicht oder nicht ausreichend durch die staatlichen Fördersysteme unterstützt sind. Projekte, die im Grenzbereich zwischen zeitgenössischem Tanz, Musik und bildender Kunst entwickelt werden und die sich auch die Förderung von Nachwuchs vorgenommen haben.“

Heute versteht sich die Radialstiftung Berlin als lebendige Plattform für Künstler*innen, Förderer und Partner. Sie schafft Räume für Dialog, Austausch und langfristige Zusammenarbeit und entwickelt ihre Arbeit im kontinuierlichen Gespräch mit denjenigen weiter, die sie unterstützen und mitgestalten. Die Stiftung bleibt damit ihrer ursprünglichen Idee treu: Kunst zu ermöglichen, die bewegt, verbindet und Zukunft denkt.